Der Goldene Schnitt in der Bildgestaltung

Wenn man sich die großen Künstler der malenden Kunst anschaut, dann kommt immer wieder der goldene Schnitt ins Gespräch. Aber nicht nur bei den Künstlern mit Pinseln ist das interessant, nein auch bei uns mit der Digitalkamera in der Hand ist das ein tolles Tool für die Bildgestaltung.

Frage nach dem Goldenen Schnitt

Der Goldene Schnitt ist eine seit der Antike bekannte Gestaltungsregel und bezeichnet das Teilungsverhältnis zweier Größen zueinander. Diese Teilung gilt als ausgewogenes Leitmaß und wird vom Menschen als besonders harmonisch empfunden. Der Goldene Schnitt kommt in der Natur und sogar im menschlichen Körper häufig vor, lässt sich aber auch in Kunst, Architektur und Typografie wiederfinden.

Der Goldene Schnitt und die Fibonacci-Folge

Der Mathematiker Leonardo Fibonacci hat im Jahre 1202 ein Zahlenverhältnis beschrieben, die sich der Zahl Phi bestmöglich annähert. In der Natur ist diese Zahlenfolge überall zu finden – etwa im Wachstum von Kaninchenpopulationen oder in der Anordnung von Blättern. Die sogenannte Fibonacci-Folge beginnt mit der Zahl 1, der jeweils darauffolgende Zahlenwert bildet sich aus der Summe der vorhergehenden Zahlen.

Das Zahlenverhältnis beginnt folgendermaßen:

  • 1+0=1
  • 1+1=2
  • 1+2=3
  • 2+3=5
  • 3+5=8

Diese Zahlenfolge steht im direkten Zusammenhang mit den Maßverhältnissen des Goldenen Schnittes: Je größer die Summe im Fibonacci-Verfahren wird, desto genauer nähert sich das Verhältnis der aufeinanderfolgenden Zahlen der Goldenen Zahl Phi an.

Goldener Schnitt: Berühmte Bauwerke in der Architektur

Das Vorkommen des Goldenen Schnittes ist also kein Mythos – schon die alten Tempelbauten der Antike entsprechen diesem Kompositionsprinzip. So gilt die Cheops-Pyramide (ca. 2590-2470 v. Chr.) nach heutigen Maßstäben als perfekt proportioniert. Auch der berühmte Tempel Parthenon in Athen, der etwa 450 v. Chr. erbaut wurde, vereint die Proportionen in erstaunlicher Präzision. Das Seitenverhältnis des Überbaus zum Unterbau des Parthenon wurde nach den Regeln des Goldenen Schnittes konstruiert. Neben dem Parthenon wurden die Petersbasilika in Rom sowie der Kölner Dom nach Phi, nach dem „göttlichen Maß“, erschaffen.

Goldener Schnitt in der Natur: Die Goldene Spirale des Nautilus

Teilt man ein Quadrat nach dem Goldenen Schnitt, also der Zahl Phi, dann entsteht eine Reihe von verschachtelten Rechtecken. Jede Seitenlänge im Rechteck ergibt sich – wie bei Fibonacci – aus der Gesamtlänge der beiden darauffolgenden Rechtecke.

Theorie und Praxis

Nachdem ich jetzt vieles theoretisch angesprochen, aber jetzt gibt es zwei Beispiele von Aufnahmen, die ich heute spontan am Bahnhof gemacht habe. Und die weiße „Schablone“ habe ich als png Datei im Format 2000 x  1233 Pixel für Dich zum Download erstellt. Einfach mal runterladen und über die eigenen Bilder, als zusätzliche Ebene, drüber legen.

Wenn das Bild nicht passt, dann einfach mal den Ausschnitt anpassen und dann beide Bilder mal ausdrucken und betrachten. Du wirst meistens feststellen, dass der goldene Schnitt „besser“ aussieht. Und hier das zweite Beispiel mit der Schablone drüber.

Und die meisten Kameras haben die Möglichkeit ein sogenanntes Gitternetz einzublenden. Das macht es Dir beim fotografieren leichter schon die Bildgestaltung bewusster einzusetzen. Wenn Du Dich nicht so sehr auf diesen Aspekt der Gestaltung konzentrieren möchtest, dann ist dieses Netz wie hier auf dem Bild eine gute „Unterstützung“. Ich hoffe Dir hat der Beitrag was gebracht? Wenn das so war dann freue ich mich natürlich über Deinen Kommentar. Die oben genannte „Schablone“ zum Download

Dein Stephan von dieEventfotografen.de

Wir freuen uns über jeden Kommentar von Dir!

%d Bloggern gefällt das: