Du als Kameramann

27. Oktober 2019 Allgemein
Kameramann, Du als Kameramann

Neben der Fotografie wird das Filmen im visuellen Leben immer wichtiger und jeder versucht sich als Kameramann. Heute versuche ich Euch ein paar Tipps an die Hand zu geben, damit ihr schneller zu guten Ergebnissen kommt.

Kameramann braucht ein Drehbuch

Bevor man die Kamera zum filmen in die Hand nehmen kann, sollte man sich Gedanken machen was man filmen möchte. Oder noch besser, man weiß vorher schon was man für eine Botschaft transportieren möchte. Das gilt für das Urlaubsvideo genauso wie für den professionellen Werbespot.

Wer sich mit dem Film etwas intersiver beschäftigen möchte dem empfehle ich das Buch FILM VERSTEHEN von James Monaco. In dem Buch geht es um die Filmkunst, die Technik, Sprache und auch Geschichte.

Stephan Rösner

Heute möchte ich Dir ein paar Tipps an die Hand geben, die Dich in die Lage bringen sollten schönere Filme zu machen. Dabei ist es erst mal unerheblich ob Du den Film dann auf Youtube veröffentlichst, oder nur der Familie und Freunden zeigst. Die Reihenfolge der Tipps ist zufällig gewählt.

Tipp 1 Kameramann – Format

Egal ob Handy, Camcorder oder Foto unser Auge ist grundsätzlich der Querformat gewöhnt und das würde ich beim Filmen auch nutzen. Auf Grund der aktuellen Situation sollte man das 16:9 oder 21:9 nutzen.

Im Kino ist die Bildhöhe immer gleich. Die Bildbreite differiert je nach Filmformat. Ein Film im CinemaScope – Format (2.35:1 oder 21:9) bietet im Kino also ein größeres Bild als das schmalere 1.85:1 Filmformat. … Die volle Leinwandfläche wird also nur bei Filmen im Format 1.85:1 bzw. 1,78:1 genutzt. Mehr zum Seitenverhältnis gibt es hier zu lesen.

Kameramann, Du als Kameramann

Tipp 2 Kameramann – Auflösung

Wenn Du in Sachen Speicherplatz keinen Mangel hast, dann wähle immer die beste Auflösung, denn wenn das Rohmaterial schon eine schlechte Auflösung hat, dann kann das Endprodukt optisch nicht besser werden. Full HD war mal und 4K ist mittlerweile der Standard. Auflösung und die Kompression sind wichtig für die spätere Weiterverarbeitung. Mehr zur Videoauflösung gibt es hier.

Tipp 3 Kameramann – kein Zoom

Vor jeder Aufnahmen stelle Dir die Frage ob das was Du technisch machst, Deine Augen auch machen können. So toll wie der Zoom beim fotografieren sein kann, beim Film sollte man das Zoomen vermeiden. Das verträgt sich nicht mit unserem Sehverständnis. Schaut mal bei den nächsten Spielfilme dazu genauer hin. Ihr werdet sehr selten ein zoomen erleben. Eher macht man dann einen Schnitt, verändert eventuell die Kameraposition und ist dann dichter am Objekt der Begierde dran.

Beispiel hier mal am Strand

Du willst einen Surfer filmen, der relativ dicht am Strand unterwegs ist. Erste Einstellung vom Strand mit einem Surfer und mit etwas mehr drum herum. Dann macht man einen Cut und geht ins Wasser und nimmt den Surfer dann eher dichter von der Seite z.B. mit einer anderen Brennweite auf und macht dann denn nächsten Schnitt und nimmt dann noch mal einen kleinen Ausschnitt vom Surfer oder Surfbrett auf. Klar das ist aufwändiger, aber das Ergebnis wird besser als wenn man filmt und dann während der Aufnahme das Zoom nutzt.

Tipp 4 Kameramann – Spiel mit der Schärfe

Anstand den Zoom zu nutzen kann man während der Aufnahme mit der Schärfe spielen. Also z.B. die Schärfe von vorn nach hinten wandern lassen. Deshalb nutze ich oft auch ein Objektiv mit Festbrennweite und einem manuellen Zoom. Hier siehst Du was ich genau meine.

Tipp 5 Kameramann – Stativ oder Gimbal

Was nützt die beste Idee und Lokation wenn der Film dann wackelig ist. Klar heute kann man schon viel mit Software machen und ein Bildstabilisator ist auch oft schon bei der Kamera dabei. Aber ganz ehrlich, wenn ich mich nicht darum kümmern muss ob ich waagerecht filme und nicht dabei wackel, dann kann ich meine Sine auf andere Sachen konzentrieren. Deshalb empfehle ich ein Stativ und/oder ein Gimbal (Schwebestativ) zu nutzen. Ich persönlich würde mir erst mal ein Stativ zulegen, weil ich das auch beim fotografieren nutzen kann. Aber natürlich kommt es darauf an, was Du filmen und fotografien möchtest.

Tipp 6 Kameramann – Schnitt & Ton

Die Situation hat man oft, dass der Ton „out of the box“, also mit dem interen Mikrofon nicht so doll ist. Und gerade beim Urlaubsvideo wird man wohl eher Musik als Ton verwenden. Also bevor Du anfängst Dein Video zu schneiden, wähle die gewünschte Musik aus und an orientieren Dich dann beim Schnitt der Clips an den „Cuts“ im Song. Auch hier kann ich Dir nur empfehlen, schau mal genauer hin was die Profis machen. wenn die Musik gefühlt einen harten Cut macht, dann sollte der Film das auch machen. Ist der Übergang in der Musik weich, dann kann man zwei Clips auch mal überblenden. Natürlich kann man auch mal O-Ton mit einbinden, dass habe ich hier in diese Video auch gemacht um noch mehr Stimmung rüber zu bringen. Bilder und Ton müssen passen, denn ansonsten machst Du eher alles „kaputt“.

Tipp 7 Kameramann – weniger ist mehr

Mache Dir vor dem filmen Gedanken was Du zeigen möchtest. Und versuche nicht einen zu langen Film zu drehen. Zu mindestens nicht am Anfang. Versuche Dich langsam an einen längeren Film heranzutasten. Lege mit 90 Sekunden Clips los und taste Dich hoch bis maximal 10 Minuten. Denn der Betrachter will nicht gelangweilt werden. Wenn Du mehr Material hast, was Du zeigen möchtest mache mehrere Teile draus.

Und denke immer dran bei jeder Aufnahme vorne und hinten die Aufnahme 10 Sekunden länger laufen zu lassen. Das kann beim späteren Schnitt hilfreich sein.

Ich hoffe der eine oder andere Tipp ist für Dich nützlich und solltest Du Fragen haben, dann schreibe die einfach in den Kommentar. Der Bildaufbau sollte übrigens ähnlich dem der Fotografie sein – goldener Schnitt.

Dein Stephan von dieEventfotografen.de

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